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Terrasse gestalten – Mein Weg zum zweiten Wohnzimmer unter freiem Himmel

From Dumlaxjävel wiki


Als ich vor drei Jahren in meine erste eigene Wohnung zog, war die Terrasse das größte Verkaufsargument – und mein größtes Rätsel. Acht Quadratmeter Betonplatten, direkt an der Küche, aber ohne jeden Schatten. Kein Baum, keine Markise, nur die pralle Sonne von elf bis fünf. In meinem Kopf malte ich mir schon Bilder von üppigen Pflanzenarrangements und gemütlichen Abendessen aus, aber die Realität sah anders aus: Die ersten zwei Monate stand dort nur ein klappriger Campingstuhl, weil ich nicht wusste, wie ich die Fläche wirklich nutzen sollte. Terrasse gestalten klingt immer so einfach in den Hochglanzmagazinen, aber wenn man vor der eigenen leeren Fläche steht, merkt man schnell, dass es mehr braucht als ein paar Kissen und eine Lichterkette. Der Schlüssel lag für mich darin, die Terrasse wie einen echten Raum zu behandeln – mit klaren Zonen, funktionalen Möbeln und einer durchdachten Aufteilung, die auch die praktischen Probleme des Alltags löste.



Mein erster Fehler war der Versuch, alles auf einmal zu kaufen. Ich bestellte einen riesigen Gartentisch mit sechs Stühlen, der auf meinen acht Quadratmetern aussah wie ein gestrandeter Wal. Die Terrasse war plötzlich nur noch Durchgangsstation zum Wäscheständer. Also lernte ich, dass weniger oft mehr ist, aber vor allem, dass jedes Möbelstück mehrere Jobs erledigen muss. Zum Beispiel die Sitzbank mit Klappfunktion, die tagsüber als Ablage für Pflanzen dient und abends, wenn Freunde kommen, schnell zur zusätzlichen Sitzgelegenheit wird. Oder ein kleiner Beistelltisch aus Teakholz, der gleichzeitig als Hocker für die Füße fungiert. Diese Doppelfunktionen sind Gold wert, wenn der Platz begrenzt ist. Ich habe gelernt, dass Terrasse gestalten vor allem bedeutet, Prioritäten zu setzen: Will ich eine Liegewiese, eine Esszone oder eine gemütliche Leseecke? Ich entschied mich für eine flexible Lösung, die alles kann – aber nicht gleichzeitig.



Das größte Problem war für mich lange der Übergang zwischen drinnen und draußen. Meine Küche geht direkt auf die Terrasse, und im Sommer stehen die Türen oft stundenlang offen. Aber dann fliegen Mücken rein, die Katze meiner Nachbarin denkt, mein Blumenkasten sei ihr persönliches Katzenklo, und abends wird es schnell kühl. Ich investierte in einen stabilen Fliegengitter-Rahmen, der sich wie eine Schiebetür öffnen lässt, und kaufte eine dicke Outdoor-Decke aus recycelter Baumwolle, die ich über die Lehne der Bank werfe. Diese Decke ist mein Geheimtipp: Sie wärmt, wenn die Abendsonne verschwindet, und dient tagsüber als Sichtschutz, wenn ich sie über die Seitenlehne hänge. Bei der Terrasse gestalten geht es oft um solche kleinen Details, die den Alltag erleichtern – nicht um die teure Designermöbel, die nach einem Regen schon fleckig aussehen.



Ein Punkt, den viele vergessen: die Aufbewahrung. In meiner Wohnung habe ich kaum Stauraum, und auf der Terrasse sammeln sich schnell Dinge an – Kissen, Gartengeräte, die Bewässerungskanne. Ich löste das mit einer wasserdichten Truhe aus Kunststoff, die gleichzeitig als zusätzliche Sitzbank dient. Darin verstauen ich jetzt die Polster für die Gartenstühle, die ich mir im Sale ergattert habe. Für mich war klar: Die Terrasse muss auch funktionieren, wenn Gäste kommen. Deshalb habe ich mir eine kleine Klappliege besorgt, die im Winter im Keller steht, aber im Sommer immer griffbereit ist. Wenn meine Cousine übers Wochenende vorbeikommt, wird die Terrasse zum Gästezimmer – mit einer dicken Isomatte und einem Schlafsack, der in der Truhe Platz hat. So wird aus der kleinen Fläche plötzlich ein zweites Zimmer, das sogar Übernachtungsgäste beherbergt.



Meine Nachbarin hat eine komplett andere Herangehensweise gewählt. Sie hat ihre Terrasse mit einem kleinen Hochbeet aus Lärchenholz bestückt, das jetzt voller Kräuter und Erdbeeren steckt. Dazu hat sie sich ein 140x200 cm großes Bett mit einem stabilen Stelaz listwowy gekauft, das sie als Outdoor-Liege nutzt. Der Clou: Sie hat einen wetterfesten Bezug darüber gezogen, der wie ein großer Kissenbezug aussieht. Auf diesem Bett verbringt sie jetzt die halben Sommernächte mit einem Buch. Für mich war das zu aufwendig, aber ihre Idee hat mich inspiriert, meine eigene Terrasse noch flexibler zu nutzen. Terrasse gestalten heißt für mich auch, von anderen zu lernen und die eigenen Bedürfnisse immer wieder zu hinterfragen. Vielleicht baue ich nächstes Jahr auch so ein Hochbeet, aber erstmal genieße ich meine jetzige Lösung.



Ein ganz praktischer Tipp, den ich mir mühsam erarbeitet habe: die richtige Beleuchtung. Ich habe drei verschiedene Lichtquellen installiert: eine Solarlichterkette unter dem kleinen Vordach für die Grundstimmung, einen batteriebetriebenen LED-Strahler, der auf den Tisch gerichtet ist, und zwei Windlichter mit echten Teelichtern für die gemütliche Abendrunde. Das klingt nach viel, aber es macht den Unterschied zwischen einer funktionalen Terrasse und einem echten Wohlfühlort. Wenn ich abends mit einer Tasse Tee dasitze und das Licht auf die Lavendeltöpfe fällt, die ich in meine selbstgebauten Kisten gepflanzt habe, vergesse ich völlig, dass ich nur acht Quadratmeter zur Verfügung habe. Die Terrasse gestalten war für mich ein Prozess, der viel Geduld und ein paar Fehlkäufe gebraucht hat – aber am Ende hat sich jede Stunde gelohnt.



Ich habe auch gelernt, dass die Terrasse im Winter nicht tot sein muss. Letzten November habe ich eine große Kiste mit Tannenzweigen und getrockneten Hortensienblüten gefüllt, die ich als Dekoration auf die Bank gestellt habe. Dazu kamen ein paar Kerzen in und ein dicker Wollteppich, der die Fläche optisch wärmer macht. So habe ich die Terrasse auch in der kalten Jahreszeit genutzt – zumindest für eine halbe Stunde am Nachmittag, wenn die Sonne durch die Wolken bricht. Klar, im Januar sitzt man da nicht stundenlang, aber dieser kleine Rückzugsort hilft mir, den Winterblues zu überstehen. Terrasse gestalten ist eben keine Saisonarbeit, sondern eine ganzjährige Beziehung zu einem Stück Außenfläche, das sich mit den Jahreszeiten verändert.



Mein letzter Tipp: Fangt klein an und testet erst mal, wie ihr eure Terrasse wirklich nutzt. Ich habe im ersten Jahr nur einen Klapptisch und zwei Stühle gekauft – und dann gemerkt, dass ich eigentlich lieber auf dem Boden sitze mit einem Kissen unter mir. Also habe ich mir eine große Sitzmatte aus Kork besorgt, die ich jetzt auf die Betonplatten lege. Die Terrasse gestalten wurde für mich so zu einem ständigen Experiment, bei dem die Fehlschläge genauso wichtig sind wie die Erfolge. Vielleicht steht bei euch im nächsten Sommer auch plötzlich eine Hängematte zwischen den Hauswänden oder ein kleiner Grill, der die Nachbarschaft mit Duft erfüllt. Hauptsache, ihr fangt an und lasst euch nicht von den perfekten Bildern in den Magazinen entmutigen. Meine Terrasse ist alles andere als perfekt – aber sie ist genau so, wie ich sie brauche.